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Teil des Wasserrettungsdienst der Feuerwehr Frankfurt
Am 6. Oktober 1960 ereignete sich auf dem Rhein bei Emmerich einer der folgenschwersten Unfälle auf deutschen Wasserstraßen, der den Ausschlag gab, den Brandschutz auf dem Wasser zu überdenken.
Während der Überführung der Fähre "Tina Scarlett" zum Besitzer ereignete sich während eines Überholvorganges eine Kollision mit dem flußaufwärts fahrenden Tankmotorschiff "Diamant", die durch eine klemmende Ruderanlage ausgelöst wurde. Das Leichtbenzin, das die "Diamant" geladen hatte, entzündete sich sofort und setzte die "Tina Scarlett" in Brand. Das flußabwärts treibende brennende Leichtbenzin griff als Unfallfolge dann binnen kürzester Zeit auf weitere neun Schiffe über. Die Bilanz des Unglücks: Elf ausgebrannte Schiffe, zwei Tote, zweiundzwanzig zum Teil schwer Verletzte und letztlich ein Sachschaden von zwanzig Millionen Mark. In Schiffahrtskreisen wurde die Katastrophe nie vergessen. Um Unglücke dieser Art zu vermeiden, schafften erst einmal die Städte Duisburg, Düsseldorf und Köln Feuerlöschboote an, die die Sicherheit auf dem nordrhein-westfälischen Teil des Rhein gewährleisten.

Zehn Jahre später stellte dann die Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem Hessischen Innenministerium das Feuerlöschboot "Frankfurt" in Dienst, das vor allem für die Sicherheit auf dem Main und den Frankfurter Hafenanlagen sorgt.

Das Frankfurter Feuerlöschboot ist im Bereich Hessen eines der wenigen Wasserfahrzeugen, das sich gasdicht verschließen läßt und somit durch ein explosives Gas-Luft-Gemisch hindurchfahren kann. Gebläse erzeugen dabei Überdruck im Bootskörper und schützen die Besatzung - Schiffsführer, Maschinist und zwei Matrosen - vor gefährlichen Gasen und Dämpfen. Das Löschboot ist ein Doppelschraubenschiff mit vier Flächenrudern. Mit seiner Bugstrahlruderanlage ist das Schiff besonders manövrierfähig. Alle nautischen und einsatztaktischen Vorgänge werden mit modernsten Geräte bedient und überwacht. Zu nennen sind hier Radar, Echolot, Ruderlagenanzeige, Windmesser, Bordsprechanlage, Gaswarnanlage und Maschinenüberwachungsanlage.

Das Löschboot am Liegeplatz
Zur Brandbekämpfung stehen unter anderem drei Wasserkononen zur Verfügung, die von je einer Feuerlöschkreiselpumpe gespeist werden. Einmal 10.000 und zweimal 3.000 Liter Wasser pro Minute können so 90 - 120 Meter weit geworfen werden. Wird ein Schaumeinsatz erforderlich, erzeugen die Schwerschaumkanonen einmal 90.000 und zweimal 45.000 Liter Schwerschaum pro Minute. Die Mittelschaumanlage mit 16 Schaumrohren ermöglicht das Abdecken eines ganzen Hafenbeckens in kurzer Zeit. Der an Bord befindliche Schaumextrakt ist so dimensioniert, daß ein normales Fußballfeld etwa sieben Meter hoch mit Schaum bedeckt werden kann. Ein Flutlichtmast mit einer Lichtleistung von 12.000 Watt ermöglicht das Ausleuchten von Einsatzstellen. Zur schiffseigenen Sicherheit ist eine Selbstschutzsprühanlage vorhanden. Mit einer Hochdrucklöschanlage können über zwei Schnellangriffseinheiten Kajütbrände in kürzester Zeit gelöscht werden. Das Beiboot, über das das Löschboot Frankfurt verfügt, wird wie bei einem Seenotrettungskreuzer über eine Rutsche zu Wasser gelassen.
Die Feuerwehr verfügt zusätzlich über ein Rettungsschnellboot, das mit seiner Spitzengeschwindigkeit von ca. 60 km/h besonders dazu geeignet ist, schnell an Unglücksstellen zu sein und Hilfe zu leisten.
Der Maschinenraum
Der Bedienstand
Der Fahrstand
Die Krananlage und das Beiboot